Jack Savoretti - grosse Gefühle und eine noch grössere Stimme

Aktualisiert: 21. Juli 2025
Manchmal spürt man schon beim Betreten eines Konzertsaals, dass etwas Besonderes in der Luft liegt. So war es auch im Salzhaus Winterthur, als Jack Savoretti die Bühne betrat - ganz in Schwarz, mit charmant zerzaustem Haar, der Gitarre um die Schultern und einem Lächeln, das sofort jedes Herz einnahm.
Schon beim ersten Song war klar: Hier geht’s nicht um grosse Showeffekte oder spektakuläres Bühnenlicht. Hier geht’s um Musik. Um Stimme. Um Gefühl. Und davon hatte Savoretti jede Menge im Gepäck. Mit seinem neuen Album "Miss Italia" lieferte er nicht nur wunderschöne Melodien auf Italienisch, sondern auch eine Art musikalische Heimkehr - mit Songs, die wie warme Briefe aus einem anderen Leben klangen. Persönlich, melancholisch, ehrlich.
Das Publikum war aufmerksam, beinahe andächtig – nicht still, aber sehr präsent. Jeder Ton schien willkommen, jede Textzeile wurde aufgesogen. Und als Savoretti irgendwann "Candlelight" anstimmte, wurde es für einen Moment ganz still im Raum. Auch seine bekannteren englischen Stücke wie "Home" oder "What More Can I Do?" fehlten nicht und brachten Schwung, ohne die intime Atmosphäre zu stören.
Ein besonderes Highlight war der Moment, als er über seinen Vater sprach, der im Vorjahr verstorben war – ein zärtlicher, ganz ruhiger Moment, bei dem man sogar in der letzten Reihe spürte, dass hier gerade mehr als nur ein Lied gespielt wurde.
Am Ende des Abends verliess ich das Salzhaus mit einem Gefühl zwischen Wehmut und Glück. Ein Abend, der nicht laut war, aber lange nachhallt. Jack Savoretti hat nicht nur Musik gemacht – er hat Geschichten erzählt, Erinnerungen wachgerufen und einen Raum geschaffen, in dem man sich einfach für zwei Stunden fallen lassen konnte. Wer diesen Mann live erlebt, versteht sofort, warum seine Musik so viele Menschen berührt.


