Nachtwache in Amsterdam

Aktualisiert: 8. Juli 2025
Mitte Dezember an der Lenk, es liegt schon sehr viel Schnee, die Sonne scheint und es hat noch keine Leute. Ideale Bedingungen für einen perfekten Skitag.

Um 08h30 fährt die erste Bahn auf die Metsch. Mit an Bord mein Schwager Binggi und ich. Die Pisten liegen noch im Schatten, die Berggipfel sind aber bereits von der ersten Sonne des Tages erleuchtet. Unter uns liegen die perfekt präparierten Pisten und die Aufregung steigt je näher wir zur Bergstation kommen. Oben angekommen werden die Skischuhe noch einmal etwas enger gemacht und mit einem letzten Kontrollgriff sichergestellt, dass alle Taschen geschlossen sind. Klick, klick die Ski sind montiert und es geht los.
Mit kräftigen Stockschlägen wird Tempo gewonnen, dann die ersten weiten Kurven. Der Aussenski greift, das Vertrauen steigt und die Geschwindigkeit wird immer höher. Adrenalin schiesst durch den Körper, die Ski werden noch stärker aufgekantet. Links, rechts, links, rechts - mühelos und wie auf Schienen gleiten die Ski über die unberührte, menschenleere Piste. First Line, was für ein wunderbarer Glücksmoment.
Unten angekommen geht es gleich wieder mit der Bahn hinauf. Die nächste Piste wartet auf uns. Während etwa drei Stunden wiederholt sich das so. Weil es sehr wenig Leute hat, entsteht auf jeder Piste wieder das Gefühl der First Line. Gegen Mittag sind die Spuren der Pistenmaschinen verschwunden und alle Pisten liegen in der Sonne. Der Schnee wird weicher und First Lines gibt es erst morgen wieder - Zeit für ein wohlverdientes Bier an der Sonne.


