Semperoper Dresden - wo die Musik schöner wohnt

Aktualisiert: 26. Juli 2025
Wenn ein Gebäude je selbst zur Hauptdarstellerin geworden ist, dann ist es die Semperoper Dresden. Seit dem 19. Jahrhundert thront sie am Theaterplatz - majestätisch, musikalisch und mit mehr Drama im Lebenslauf als so mancher Tenor.

Die Geschichte beginnt 1841, als der Architekt Gottfried Semper das erste Opernhaus für Dresden entwarf - ein Meisterwerk der frühen Neorenaissance. Hier erklangen Werke von Carl Maria von Weber, Richard Wagner und Richard Strauss - viele davon uraufgeführt genau hier, in Dresden. Die Stadt war Opernmetropole, die Semperoper ihr musikalisches Herz.
Doch wie das in guten Opern so ist: Das Schicksal schlägt zu.1869 brannte das erste Haus nieder und wer wurde für den Neubau geholt? Richtig: Semper. Zwar war er inzwischen im Exil, weil er 1849 an der Dresdner Mai-Revolution teilgenommen hatte, aber sein Sohn Manfred setzte seine Pläne um. 1878 wurde die neue Oper eröffnet – noch prächtiger, noch raffinierter.
Doch das war nicht das letzte Kapitel. 1945, im Zweiten Weltkrieg, wurde die Semperoper bei den Luftangriffen auf Dresden fast vollständig zerstört. Erst in der DDR - nach langem Ringen und mit viel Engagement - begann man 1977 mit dem Wiederaufbau, der so originalgetreu wie möglich sein sollte.
1985 wurde die neue-alte Semperoper feierlich eröffnet – mit Carl Maria von Webers "Der Freischütz", wie schon zur ersten Premiere 1841. Ein musikalischer Kreis schloss sich. Heute ist die Semperoper nicht nur die Heimat der Sächsischen Staatskapelle, eines der ältesten Orchester der Welt, sondern auch ein Symbol für kulturelle Ausdauer und sächsischen Stil mit Haltung. Ihre wechselvolle Geschichte spiegelt den Geist Dresdens wider: traditionsreich, verletzlich und immer wieder voller Glanz.
Ob Oper, Ballett oder Konzert – wer einmal in diesem Haus sitzt, weiss: Hier ist Geschichte nicht grau, sondern goldverziert. Wir waren leider nicht an einem Konzert, sondern haben eine Führung gemacht - sehr intessant und informativ. Denn selbst ohne Musik spielt dieses Haus ganz grosse Oper.


